Klassisches Microneedling für Hautstruktur und Aknenarben
Beim klassischen Microneedling erzeugen feine, sterile Nadeln kontrollierte Mikrokanäle in der Haut. Dadurch kann sich das Erscheinungsbild ausgewählter Aknenarben, feiner Linien und ungleichmäßiger Hautstruktur schrittweise verbessern. Anders als beim Radiofrequenz-Microneedling wird keine Wärmeenergie in die Haut abgegeben; auch ein Laser kommt nicht zum Einsatz.

Eignung und Hautanalyse
Vorab werden Hauttyp, Behandlungsziel und Narbenart beurteilt. Aktive Akne, Hautinfektionen, Herpes, Ekzeme oder andere Entzündungen im Areal können gegen eine sofortige Behandlung sprechen. Auch Wundheilungs- oder Gerinnungsstörungen, Neigung zu Keloiden, Immunsuppression, Diabetes, blutverdünnende Medikamente, Isotretinoin sowie Schwangerschaft und Stillzeit werden berücksichtigt.
Ablauf des klassischen Microneedlings
Nach Reinigung und gegebenenfalls örtlicher Betäubung wird ein steriler Einweg-Nadelaufsatz verwendet. Nadeltiefe und Geschwindigkeit werden an Areal, Hautzustand und Ziel angepasst. Die Kombination mit PRP, Polynukleotiden oder anderen Präparaten ist kein automatischer Bestandteil des klassischen Microneedlings und muss gesondert medizinisch sowie produktspezifisch beurteilt werden.
Heilungsphase und Nachsorge
Rötung, Wärmegefühl, Spannung, leichte Schwellung, punktförmige Blutungen oder Schuppung können vorübergehend auftreten. Bis sich die Hautbarriere beruhigt hat, sollten nur empfohlene Pflegeprodukte verwendet und reizende Wirkstoffe vermieden werden. Konsequenten Sonnenschutz anwenden und nicht an Krusten oder Schuppen reiben. Bei Infektionszeichen oder zunehmenden Beschwerden die Praxis kontaktieren.
Ergebnisse und mögliche Risiken
Veränderungen entwickeln sich schrittweise; je nach Befund können mehrere Sitzungen sinnvoll sein. Eine vollständige Entfernung von Narben oder ein dauerhaftes Ergebnis kann nicht zugesichert werden. Mögliche Risiken sind anhaltende Rötung, Infektion, Herpesreaktivierung, hellere oder dunklere Pigmentverschiebungen und selten Narben. Das Risikoprofil unterscheidet sich vom Radiofrequenz-Microneedling.

